Koreanische Zentrale für Tourismus

Zu Besuch im Keramikdorf Icheon

Ji Chang-oh sitzt an seiner Töpferscheibe, einen großen Lehmklumpen vor ihm. Das Rad fängt an sich zu drehen, Jis Hände formen diesen Lehmklumpen und es beginnt eine wundersame Verwandlung. Knapp 60 Sekunden später ist aus dem Klumpen eine bauchige Vase geworden. Der Strahlemann Ji prahlt, “Koreaner beweisen ein großartiges Konzentrationsvermögen. Koreanische Töpfer stellen Arbeiten innerhalb von nur zwei Minuten her. Ausländische Töpfer benötigen meist fünfzehn Minuten.”

Nur eine Stunde von Seoul entfernt, verbindet Icheon Kultur, Essen und Freizeit zu einem entspannten Gesamtpaket. Natürlich ist die Stadt für seine Brennöfen bekannt, die einige der feinsten koreanischen Keramikwaren über ein halbes Jahrhundert lang hergestellt haben. Allein das Gebiet um Sindunmyeon ist die Heimat von 300 Töpfern. Es ist ein stolzes Erbe, welches jedes Jahr im Frühling mit dem Icheon Keramikfestival, einer der Top Frühlingsjubiläen Koreas, gefeiert wird.  

Icheons Töpferkunst

Die Schönheit der Keramikwaren widerspricht ihrer grundlegenden Einfachheit. In ihrem Kern bestehen sie aus Ton, Wasser, Holz und Feuer. Jedoch produziert nicht jeder Ton die gleichen Ergebnisse. Koreanische Töpfer bevorzugen Kaolin (auch bekannt als China-Ton), ein weißer Ton, der reich an dem Mineral Kaolinit ist. Der Südosten von Gyeonggi-do, speziell Icheon und Gwangju, ist im Überfluss mit Kaolin, sowie vieler anderer grundlegender Bestandteile wie Holz und Wasser, gesegnet. Während der Joseon-Dynastie (1392—1910) haben die Öfen von Icheon wunderschönes Baekja (“weißes Porzellan”) produziert, welches bei den adligen Koreanern sehr beliebt war. Icheons Nähe zur königlichen Hauptstadt Seoul und sein Zugang zum Wasser und zu Landwegen haben auch nicht geschadet. Als sich die Joseon-Dynastie dem Ende neigte, gab es immer weniger Öfen, doch seit der Befreiung Koreas 1945 erlebte die örtliche Keramikproduktion eine Renaissance.

Das Haegang Keramikmuseum zeigt eine bildlich ansprechende Einführung in die Icheon Keramik. Das Museum wurde 1990 von “Haegang” Yu Geun-hyeong (1894 – 1993) und seinem Sohn Yu Gwang-yeol gegründet. Sie wiederbelebten die Produktion des Goryeo Seladon mit seiner wunderschönen blau-grünen Farbe und feinen Haarrissen in der Glasur, wofür Korea in ganz Asien während der Goryeo-Dynastie (918 – 1392) berühmt war.  

Haegang hat die meiste Zeit seines Lebens damit verbracht alte Brennöfen und geschichtliche Materialien zu studieren, um alte Seladon-Techniken, die über Jahrhunderte verlorengegangen waren, wiederzuentdecken. Die ausgestellten Arbeiten im Museum sind faszinierend. Nicht weit vom Haegang Keramikmuseum entfernt befindet sich Sagi Makgol, ein Tal als Heimat von Icheons größter Brennofensammlung.

Am Wochenende strömen die Seouliter hier her, um die Läden zu durchstöbern und einige koreanische Keramiktraditionen zu erleben. Viele Workshops sind für die Öffentlichkeit zugänglich, sodass man auch mal einem richtigen Künstler bei der Arbeit zusehen kann. Nicht nur das, auch gibt es Waren in allen Preisklassen zu kaufen. Eine Pause können Besucher in den zahlreichen Cafés und Teestuben einlegen.  

Das Handwerk lernen

Es gibt Workshops, die seit 14 Jahren vom herzlichen Ji Chang-oh durchgeführt werden. Jis Workshop ist eine gute Gelegenheit um koreanische Keramik in einer sehr interaktiven Art und Weise kennenzulernen. Für 20.000 Won (15 €) können Besucher selbst probieren zu töpfern (was gar nicht so leicht ist, wie es aussieht), um ein eigenes Keramikutensil herzustellen. Sobald es fertiggestellt ist, muss man ca. einen Monat warten bis es endgültig fertig ist und nach Hause geliefert wird. Ji findet Keramik sowohl diagnostisch und wohltuend.


“Wenn man jemanden einmal dabei zusieht wie er töpfert, kann man seine Persönlichkeit daraus schließen.”, sagt er.

Für hyperaktive Kinder ist Töpfern besser als Ritalin. “Aufbrausende Kinder sollten oft töpfern, damit sie lernen sich zu konzentrieren.” Mehr als 30% seiner Besucher sind international. “Sie staunen oft über die Handfertigkeit der Koreaner”, sagt er.

Essen und Trinken

Neben der Keramik ist Icheon bekannt für Reis. Tatsächlich ist der örtliche Reis so gut, dass dieser dem König der Joseon-Dynastie serviert wurde. Wenn Sie in Icheon sind, ist es fast obligatorisch Icheon Ssalbap Jeongsik zu probieren: Icheon-Reis serviert in einem Steintopf mit über 20 schmackhaften Beilagen. Es ist ein Genuss sowohl für die Augen als auch für die Geschmacksknospen. Es gibt einige Restaurants in der Nähe, die dieses Gericht servieren – bekannte sind Cheongmok Hanjeongsik, Jeongilpum, Naratnim, Imgeumnim Ssalbapjip und Taepyeong Seongdae. Pro Person zahlen Sie etwa 11.000 – 12.000 Won/ 8 – 9 €.

Reisetipps

Icheon Keramikfestival (Ende April – Mitte Mai)

Die beste Zeit um Icheon zu besuchen ist während des Icheon Keramikfestivals. Besucher können hier eine Vielfalt an Koreas feinsten Keramikstücken sehen und zudem beobachten, wie sie hergestellt werden.

Zu den Mitmach-Programmen gehören das Töpfern mit einer sich drehenden Töpferscheibe sowie das Herstellen von Keramik-Schmuck und vieles mehr.  

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Heiße Quellen Icheon

Die heißen Quellen Icheon liegen praktischerweise in der Nähe von Seoul und Gyeonggi-do. Das Wasser ist farblos, geruchslos und geschmackslos und enthält Mineralien wie Magnesium, Kalziumchlorid, Natriumchlorid und kohlensauren Kalk. Es hat einen besonders hohen Anteil an Natrium, welches gegen verschiedene Hautkrankheiten, Nervenschmerzen und Augenkrankheiten hilft. Die Temperatur des Wassers liegt bei ca. 30°C, was relativ niedrig ist, daher sollten Besucher sich aufwärmen, bevor sie in das Wasser steigen.

Einrichtungen, die diese heißen Quellen nutzen, sind das Spa Plus (Hotel Miranda) und die Icheon Termeden.  

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„Cerapia“ – Icheon World Ceramics Center

Das Icheon World Ceramic Center Cerapia ist eine moderne Ausstellungshalle, die von der Stiftung World Ceramic Biennale (CEBIKO) betrieben wird.
Das Ceramic Center hat drei ständige Ausstellungsräume, in denen ca. 500 moderne koreanische und ausländische Keramikwaren zu sehen sind. Dazu gibt es noch einen Sonderausstellungsraum, in dem Kunstwerke präsentiert werden, die beim World Ceramic Workshop während der Gyeonggi World Ceramic Biennale gefertigt worden sind. Der Seolbong-Park, in dem das Center liegt, bietet mit dem Seolbong-Berg, einem Freizeitpark und dem Seolbong-See viel Abwechslung.

In der Nähe gibt es auch andere Sehenswürdigkeiten wie z.B. das Haegang Ceramics Museum, das Icheon Kurbad, das Icheon Keramik-Dorf und das Icheon Stadtmuseum.  

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Kontakt

Koreanische Zentrale für Tourismus

Tel.: +49 (0) 69 – 23 32 26

E-Mail: ktopr@euko.de

Webseite: www.visitkorea.or.kr