Neue Energien für Nepal

NEUE WEGE Seminare & Reisen GmbH

Wenn von Nepal die Rede ist, dominieren die Bilder, die direkt nach dem Erdbeben um die Welt gingen. Bilder, die sich einprägen – einstürzende Gebäude, verschüttete Menschen, Lawinen am Mount Everest – kurz Bilder einer Katastrophe, die uns in den ersten Tagen geschockt haben.   

Unsere Partner schreiben uns viel von den tatsächlichen Zuständen vor Ort, den Aufräumarbeiten und dem Rückweg in das Funktionieren eines Gemeinwesens.

Unsere Reiseleiter, die seit Jahren Reisen nach Nepal und in die Himalaya-Region führen, sind durch die Ereignisse in Nepal betroffen und helfen auf verschiedenen Wegen, den Menschen vor Ort. Yogalehrerin, Reiseleiterin und Malerin Minka Hauschild ist viel in der Himalaya-Region unterwegs gewesen. Drei Jahre lang wohnte sie in Kathmandu, fand viele Freunde in Nepal. Nach dem Erdbeben hat sie sich Gedanken gemacht, wie sie vor Ort helfen kann. Als Malerin verkauft sie Bilder des Karmapa sowie eine Edition von Aquarell-Postkarten, die in Kathmandu entstanden sind. Ein Teil des Erlöses geht direkt nach Nepal.

Auch unser Trekkingführer Roman Müller, der sich bereits in den letzten 20 Jahren für den Aufbau der Schulen in Nepal eingesetzt hat, hilft. Mit einer Spontanspende war es möglich, 200 Außenzeltplanen für Notunterkünfte in den Dörfern bereit zu stellen.  

Bestimmten das Erdbeben zu Anfang täglich die Nachrichten, ist es mittlerweile in den Medien sehr ruhig um Nepal geworden. Man hört fast nichts mehr von den schwer getroffenen Bergregionen, noch weniger von Kathmandu, und schon gar nichts von der rückkehrenden Normalität im Leben der Menschen in Nepal.

Zeit für mich, selbst nach Nepal aufzubrechen, mir ein Bild zu machen und die Hilfsorganisationen und unsere Partner zu besuchen. Dazu kam der Startschuss eines Projektes, das in Nepal den Wiederaufbau in stark betroffenen Regionen von Grund auf ökologisch gestalten soll. Gemeinsam mit dem forum anders reisen, einem Verband deutscher Reiseveranstalter, die sich dem nachhaltigen Tourismus verpflichten und dem NEUE WEGE auch angehört, sowie atmosfair, einer Non-Profit-Organisation, die Klimakompensation von Reiseflügen anbietet, hat NEUE WEGE das Projekt „Neue Energien für Nepal“ ins Leben gerufen – es wurde eine intensive, spannende Woche, in der ich Nepal wieder in all seinen Facetten erleben durfte:

Als ich in Kathmandu ankam und auf dem Weg zum ersten Treffen mit unserer Agentur durch die Stadt fuhr, hatte ich den Eindruck durch ein lebendiges, geschäftiges Kathmandu zu fahren, wie ich es seit jeher kenne.

Alle Geschäfte waren geöffnet, Händler boten auf der Straße ihre Waren feil, den Gebäuden sind ohne Expertenblick keine Schäden anzumerken… ab und zu begegnet man einem eingestürzten Haus, auf einigen Freiflächen gibt es Zelte, ein sicherlich zu 98% normales, gewohntes Straßenbild. Was auffällt ist, dass kaum ein Tourist im Land ist. Es ist zwar Monsunzeit, also Nebensaison, dennoch würden die Menschen aus allen Ländern normalerweise die Straßen bevölkern, doch jetzt scheint niemand mehr zu kommen.

Das Erdbeben hat seine verheerende Spur weniger in Kathmandu, sondern in den Dörfern einiger Distrikte hinterlassen. Ca. 13% von Nepals Regionen, besonders nordwestlich und nordöstlich von Kathmandu sind betroffen. Wenn man mit Menschen von dort redet, zeichnet sich ein Bild, das schwer vorstellbar ist. Es gibt Dörfer, wie es ja auch in der Filmberichterstattung gezeigt wurde, in denen alle Häuser zerstört sind. Dort haben auch fast alle Überlebenden Todesopfer in den Familien zu beklagen.  

Eines dieser kleinen Dörfer ist Zangbo in der Sindhulpalchok Region, nordöstlich von Kathmandu an der Straße zur Grenze von Tibet gelegen. Den Menschen, die ihre Häuser über dem Kopf verloren haben, bleibt jetzt in der Monsunzeit, in der durch das gelockerte Gestein weitere Erdrutsche drohen, nichts als nach Kathmandu zu kommen. Hier brauchen sie eine Notunterkunft für die nächsten drei Monate, bis sie zum Wiederaufbau im Herbst in ihr Dorf zurückkehren können.

Insgesamt 105 Menschen dieses Dorfes sind gekommen. Minka Hauschild die seit Jahren ein sehr enges Verhältnis zu Nepal hat, baute im Juni für sie und mit ihnen ein provisorisches Lager auf. Es liegt am Rand von Kathmandu, inmitten von Reisfeldern. Kinder, Eltern, Großeltern leben hier als Familien zusammen in Zelten und Wellblechtunneln, auf Holzbetten vom Regen geschützt. Minka hatte über einen Monat durch verschiedene Aktionen, u.a. auch von früheren Trekkingteilnehmern insgesamt ca. 15.000 Euro eingesammelt und dadurch diese Unterkunft für die fast mittellosen Leute möglich gemacht.  

Nach einem sehr warmen Empfang einer Delegation des Camps zeigten sie mir ihre Zelte, ihre Kochstätten, ihre Familienmitglieder. Es herrschte eine Stimmung, in der spürbar war, dass sie viel durchgemacht haben, aber auch froh sind, als Dorf an diesem Platz zusammen sein zu können und ein (improvisiertes) Dach über dem Kopf so wie regelmäßiges Essen zu haben.
Unsere Agentur Himal Eco begleitet vor Ort die Menschen jetzt weiter und ist Bindeglied zwischen uns und den Dörflern.  

Um das Gemeinschaftsprojekt „Neue Energien für Nepal“ ins Leben zu rufen, hatten wir in Kathmandu eine Konferenz. Dort hielten wir fest, dass wir mit dem Gebiet Helambu – Langtang, einer Region in der Nähe von Kathmandu, die besonders schlimm betroffen war, beginnen.   

Ziel des Projekts ist die Generierung einer dezentralen Energieversorgung durch neue Energien, wie Wind, Sonne und Wasserstrom. Hier fließen alle atmosfair-Spenden von Flugreisen unserer NEUE WEGE-Reisegäste seit Juni 2015 ein. Atmosfair kompensiert dann die CO2-Emissionen, z.B. durch Ersetzung von Feuerbrennöfen durch Biogasöfen. Auf diese Weise wird die Gesamtklimabilanz neutral gehalten.

Dafür haben unseren Agenturen vor Ort zunächst den Bedarf ermittelt um anschließend an die qualifizierten Haushalte im Zielgebiet je ein Fotovoltaik Panel für elektrisches Licht und Batterieaufladung sowie ein effizienter Kochherd verteilt, der den Holzverbrauch um 80% senkt.

In einer zweiten mittelfristigen Phase soll der Wiederaufbau durch den Einbau von Biogasanlagen, Fotovoltaik, Sonnenkollektoren und kleinen Wasserkraftwerken unterstützt werden, je nachdem was in welchem Gebiet sinnvoll ist. Dabei werden Schulen und Sozialprojekte wie Gesundheitsstationen zu 100% und Lodges oder Privathaushalte zu 50% gefördert. Ergänzt werden die Maßnahmen durch Schulungen zum richtigen Umgang mit Energie und zur Müllvermeidung, bzw. richtigen Entsorgung.  

Gedacht ist das Projekt als Musterregion aufzuziehen, die dann anderen Regionen in Nepal als Vorbild dienen kann. Wir hoffen so, Erdbebenhilfe mit einer ökologischen Erneuerung verbinden zu können. Wir sind beeindruckt mit welchem Engagement die beteiligten Agenturen in Nepal, die sich seit unserem Besuch regelmäßig zusammensetzen, die Umsetzung der ersten Projektphase aktiv unterstützen. Der Bedarf der Familien, Schulen, Krankenstationen und Lodges wurde erfasst, um nun im Herbst 2015 erste Solarsysteme, Kocher etc. in die Dörfer zu bringen.

Die gut durchdachte Ausrichtung des Projekts wurde im September von der renommierten Fachzeitschrift Travel One mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet! Die Jury war sich einig, dass sowohl die Grundidee als auch die langfristig geplante Umsetzung Nachhaltigkeit im besten Sinne des Wortes widerspiegelt.

Die Nepali sind sehr entschlossen, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen und ihr Land wieder neu aufzubauen. Wichtig dafür ist allerdings, dass wir Touristen bald wieder zurückkehren, da wir die wichtigste Einnahmequelle sind.

Gerade in einer solchen Situation scheint oft der natürliche Reflex nicht hinreisen zu wollen, da man die Menschen vor Ort nicht noch mit uns beschäftigen möchte. Wichtig ist den Nepali aber, wie ich in vielen Gesprächen erfahren konnte, gerade das Gefühl nicht „vergessen“ zu werden und durch die Kunden aus aller Welt weiterhin Gelegenheit zu haben, selbst ihren Unterhalt und ihren Wiederaufbau verdienen zu können.

Wir dürfen nicht vergessen, dass „nur“ 13% dieses wunderschönen, vielfältigen Landes betroffen sind. Es herrscht eine weitverbreitete Sorge, dass die überzeichneten Katastrophenbilder in den Medien die Gäste auf Jahre fern halten könnten, was für Nepal einer zweiten Katastrophe gleich käme, da dann sicher auch immer mehr junge nepalesische Fachkräfte als Gastarbeiter in den Nahen Osten gehen würden.  

Die Menschen haben ihren Alltag wieder hergestellt und bemühen sich mit vereinten Kräften um Wiederaufbau.

Ab Herbst sind die Trekking- oder leichte Wanderreisen wieder möglich, Gebiete wie Annapurna, Mustang, Everest und Kangchendzönga laden wieder zum Besuch ein, der blaue Himmel strahlt hinter den leuchtenden Schneegipfeln.

Wolfgang Keller und Angelika Sturtz aus unserem Asien Team sind dabei neue Reisen zu entwickeln, die sich dabei stark an dem „Community based tourism“ orientieren. Damit profitieren die Menschen in Nepal ganz direkt von Ihrer Reise. Das ist es, was die Menschen dort im Augenblick am meisten brauchen.  

Mehr über das Projekt „Neue Energie für Nepal“ finden Sie in diesem Flyer.

Mit herzlichem Gruß,
Markus Hegemann, Gründer & Geschäftsführer von NEUE WEGE Reisen

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