Iran Rundreise – Ein Erlebnis voller Gegensätze

Entdeck die Welt!

Lieber Reisebegeisteter, ich möchte dich mitnehmen, in ein wunderschönes Land voller Wärme und Herzlichkeit. In ein Land indem die Menschen dich willkommen heißen und mit erstaunlichen Bauwerken.

Viel Spaß dabei!

Deine Susanne, Reisespezialistin bei Entdeck die Welt

Es sind 40 Grad im Schatten. Ich stehe mitten auf dem großen Platz vor dem Schah Tscheragh in meinem Tschador aus synthetischem Stoff, unter dem es langsam ziemlich warm wird. Ich trage es, weil das Betreten des Heiligtums in Shiraz für Frauen ohne Tschador untersagt ist. Der Tschador wird aber zur Nebensache, wenn ich das bunte, herzliche Treiben um uns herum beobachte – lachende Kinder, herzliche Umarmungen und glückliche Familien.

Das Zusammenspiel der Architektur, die glücklichen Gesichter und diese herzliche Wärme der Leute, erfüllt mich mit Ruhe und Frieden bis plötzlich eine fast magische Stimme aus den Lautsprechern erklingt und zu singen beginnt. Ich bin gefesselt. Alles stimmt in diesem Moment. Gerne würde ich hier länger spazieren, aber die Temperaturen in Kombination mit der Kleidung machen dies für mich, die nicht daran gewöhnt ist, sehr schwer.

In der Moschee entdeckte ich einen unbeschreiblich schönen Sternenhimmel. Alle diese funkelnden Lichter umhüllen mich wie in einem Traum. Selten habe ich einen Ort oder einen Moment erlebt, der so wunderschön und herzlich war. Dieses Gefühl, das mich an diesem Platz erfühlt, wird noch lange nachklingen.

Kleidungs- statt Kultur-Schock

Zur Vorbereitung auf meinen Besuch hatte ich mich natürlich über die Kleidungsvorschriften für Reisende und Einheimische informiert. Bereits im Flugzeug hatte ich mich darum gekümmert, dass mein Kopftuch gut sitzt und meine Kleidung die angemessene Länge hat. Umso überraschter war ich über die Realität der jungen Frauen die uns mit taillierten, halblangen Jacken und Skinny Jeans begegneten.

Statt grauer Einheit sah ich überall farbenfrohe Kopftücher, unter denen auch gerne mal die eine oder andere Haarsträhne hervor lugte. Man erklärte uns, dass gerade in größeren Städten wie Teheran die Kleidungsvorschriften sehr großzügig interpretiert werden, im Einklang mit dem aktuellen politischen Klima. Das führte dazu, dass ich mir in meiner strengen Bekleidung selbst schon „overdressed“ vorkam.

In Ruhe shoppen auf einem orientalischen Basar? Nur im Iran!

So mussten für mich leichtere, buntere Stoffe her. Meine mitgebrachten Tücher waren im Vergleich zur Farbenpracht einiger Frauen hier viel zu dunkel und zu schwer. Also machte ich mich auf zu meinem ersten iranischen Basarbesuch.

Dort erlebte ich direkt die nächste Überraschung. Wer sich, wie ich, schon auf vielen orientalischen und asiatischen Märkten aufgehalten hat, rechnet fest mit der Direktheit, um nicht zu sagen Aufdringlichkeit einiger Händler. Nicht so im Iran. Die Höflichkeit und Zurückhaltung, mit der ich beim Bummeln behandelt wurde, war sehr ungewohnt und sehr angenehm. Eine freundliche Begrüßung, ein Lächeln und keine anstrengenden Rechtfertigungen, wenn ich mich entschloss, doch nichts zu kaufen. Kein Wunder, dass das Shoppen zu einer meiner liebsten Tätigkeiten während der Reise wurde.

Orte der Herzlichkeit, Ruhe und Magie 

Über die Freundlichkeit der Menschen im Iran hatte ich vorab viel gelesen, aber diese Berichte können die Realität nur bedingt abbilden. Die zurückhaltende Neugier und Herzlichkeit, die mir überall entgegengebracht wurde, sorgte nicht nur dafür, dass ich mich überall unheimlich sicher fühlte, sondern auch sehr willkommen. Da applaudiert man auch mal beim

Zurkhaneh, auch wenn das als Frau hier eher ungewöhnlich ist. Und man nimmt gutwillig hin, dass man als Frau auch bei diesen Temperaturen nicht am Hotel-Pool erwünscht ist.

Zurkhaneh ist eine Sportart, die in einer runden Arena ausgeführt wird. 20 Männer zwischen 5 und 80 Jahren führen mit Begleitung von Musik und Gesang, „Kampf“-Übungen aus. So etwas habe ich zuvor noch nie gesehen. Inspiriert durch alte Kampfsportarten trainierten diese Männer im friedlichen Miteinander ihre Fitness sowie die Konzentration.

Viele Orte strahlen eine unheimliche Ruhe aus, was nicht nur daran liegt, dass hier die Anzahl der Touristen wesentlich niedriger ist, als ich es gewohnt bin. Bestes Beispiel ist Isfahan. Eingerahmt von der bezaubernden Architektur des Ali Qapu wird der Platz des Imams jeden Abend zu einer riesigen „Picknickdecke“, auf der Familie und Freunde zusammenfinden. Eine magische Stimmung, die erahnen lässt, wie es hier früher gewesen sein muss. Kein Wunder, dass Isfahan auch die „Stadt zum Leben“ genannt wird.

Die kulinarischen Genüsse Persiens 

Wenn ich neben den wunderschönen Eindrücken etwas vermissen werde, dann das unglaublich leckere Essen. Es gibt so viel davon in einer Unmenge an verschiedenen Varianten mit verschiedenen Farben, man weiß einfach nicht was man zu Erst essen soll. Passend zu den Temperaturen gibt es in Shiraz eine kleine Köstlichkeit, die weit über die Grenzen der Stadt bekannt ist – eine Art Zitroneneis mit Krokant. Sehr lecker und erfrischend.

Wenn man gerne Süßes isst, ist man im Iran generell gut aufgehoben. Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten und Gewürze. In Isfahan beispielsweise kommen Nougat-Liebhaber auf ihre Kosten und überall gibt es leckere Pistazien. Eine der besten Suppen Isfahans haben wir im Garten des Abbasi Hotels gefunden.   

Eine besondere Spezialität in Yazd sieht aus wie ein Ei aus Teig mit Puderzuckermantel – super süß und super lecker! Die besten gibt es am Amir Changhmagh Square.

Abschied mit einer Reise in die Vergangenheit

Vor der Rückreise nach Deutschland besuchte ich noch die berühmte Ausgrabungsstätte Persepolis. Die Hauptstadt des alten Perserreichs ist heute Weltkulturerbe. Wenn man durch die alten Mauern läuft, spürt man förmlich die 2.500 Jahre alte Geschichte des Ortes.   

Die beeindruckenden Bauten der Stadt entstanden nicht, wie damals durchaus üblich, durch Sklavenarbeit. Nicht nur die Arbeitsverhältnisse waren klar geregelt, auch schaut Persepolis auf eine Zeit zurück, in der auch Frauen und Männer gleichberechtigt waren.

Bei unserer Führung durch den Ort spürte man förmlich die Begeisterung und den Stolz der Iraner für ihre Geschichte, die hier mit uns geteilt wurde.

Im Herzen

Es wird noch einige Zeit dauern, die berauschenden Eindrücke der Reise in den Iran zu verarbeiten. Eine Welt voller Gegensätze, die sich aktuell in einer spannenden Phase befindet, die vielleicht sogar gewisse Veränderungen mit sich bringt. Der Staat Iran öffnet sich langsam für Besucher von außen. Die Menschen hier sind schon einen Schritt weiter und begrüßen ihre Gäste mit offenen Armen und offenem Geist.

Danke an den Iran und seinen Menschen, dass ich das alles entdecken, erleben und kennenlernen durfte. Ich werde alle diese schönen Eindrücke in meinem Herzen tragen und das für mehr als nur für 1000 und eine Nacht!

Deine Susanne, Reisespezialistin von Entdeck die Welt

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