Im Schatten des Mount Everest

DIAMIR Erlebnisreisen

Eine Trekkingtour im nepalesischen Himalaya

Wieder einmal sind die Kinder die ersten, die uns entdecken und fröhlich winkend auf uns zugerannt kommen. Der lärmende Zug begleitet uns die letzten Meter bis zu den Häusern des kleinen Sherpa-Hauptortes Namche Bazar, die sich schmuck weißblau bemalt an die Hänge eines kleinen Talkessels schmiegen.

Zwei Tage sind wir bis hierher gewandert, nachdem wir von der Hauptstadt Kathmandu aus mit einem atemberaubenden Panoramaflug den kleinen Gebirgsflugplatz Lukla erreicht haben. 30 Minuten lang dauerte die Gipfelschau aus der Vogelperspektive, ehe der Pilot die kleine 16-sitzige Twin-Otter-Propellermaschine sicher auf der nur 600 m langen Landebahn absetzte. Das 2800 m hoch gelegene Lukla ist der Ausgangspunkt der meisten Trekkingtouren in der Mount-Everest Region und auch die alljährlichen Bergsteiger-Expeditionen zum höchsten Berg der Erde nehmen hier ihren Anfang.

Von Lukla aus folgt die Trekkingroute in ständigem leichten Auf und Ab dem tief eingeschnittenen Flusstal des Dudh Kosi, ehe ein steiler Hang hinauf nach Namche Bazar führt. Malerische Dörfer am Wegesrand wechseln mit idyllischen Waldwegen, immer wieder unterbrochen von abenteuerlichen Flussüberquerungen auf schmalen Hängebrücken. Kurz vor Namche Bazar tauchen die ersten schneebedeckten Berge auf. Fast unwirklich weiß unter dem strahlend blauen Himmel und noch in weiter Ferne überragen die Eisriesen des Himalaya die fruchtbaren Täler des Khumbu.

Namche Bazar, der Hauptort des Khumbu-Gebietes im Herzen des nepalesischen Himalaya, ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Sherpa-Volkes. Der Name Sherpa bedeutet „Bewohner des Ostens“ und bezeichnet die Herkunft des stolzen Volkes, das vor vielen hundert Jahren von Tibet her die Besiedlung der Himalaya-Täler des Khumbu begann. Etwa 100.000 Sherpa leben heute im Khumbu und angrenzenden Distrikten bzw. im Kathmandu-Tal, wo sich in den letzten Jahren besonders junge Sherpa auf Arbeit und Einkommen hoffend niedergelassen haben.

Besonders in der Tourismusbranche haben die Sherpa dort auch Fuß gefasst und scheinen aufgrund ihrer freundlichen und entgegenkommenden Art dafür auch wie geschaffen.

In den Dörfern des Khumbu hingegen scheint die Zeit vielerorts stehen geblieben zu sein.

Die Bewirtschaftung der winzigen Felder, Yakzucht und Handwerkskunst haben sich seit Jahrhunderten kaum verändert. Zwar gibt es im Hauptort Namche Bazar mittlerweile sogar Internet und eine touristische Infrastruktur für nahezu alle Ansprüche, doch das Leben der Einheimischen verändert sich nur langsam.

Das Angebot auf dem großen Wochenmarkt, dem Namche Bazar seinen Namen verdankt, umfasst neben einer zunehmenden Zahl moderner chinesischer Billigprodukte nach wie vor
traditionelle Nahrungsmittel wie luftgetrocknetes Yakfleisch oder lokale Gemüsesorten. Jeden Samstag beginnt bereits im Morgengrauen das Handeln und Feilschen, zu dem die Bergbauern und Yakhirten von nah und fern aus ihren Dörfern nach Namche geeilt kommen. 

Dem Touristen bieten sich ein farbenprächtiges Schauspiel und eine willkommene Abwechslung am hier meist obligatorischen Ruhetag. Apropos Ruhetag: in aller Ruhe und ohne Hast sollte man eine Trekkingtour wie die zum Mount-Everest-Basislager unbedingt angehen. Nur der langsame Aufstieg in die Höhenlagen garantiert ein ungetrübtes Trekkingerlebnis. Um den Körper an Höhen von vier- oder gar fünftausend Meter zu gewöhnen, sollte man insgesamt schon zwei Wochen einplanen – zuzüglich Rückweg, versteht sich.

Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl bestrafen allzu leicht die Missachtung einfacher Akklimatisationsregeln und machen dem Hastigen das einmalige Landschaftserlebnis Himalaya zur Farce.

Nach dem Ruhetag in Namche Bazar führt unsere Trekkingtour in Richtung Mount Everest Basecamp nun stetig aufwärts ins „Herz des Himalaya“ hinein.

In angenehmer Steigung, meist hoch über dem Fluss und in aussichtsreicher Lage am Hang entlang, folgt der Weg dem Tal des Dudh Kosi zum nächsten Etappenort, dem weltberühmten Kloster Tengboche. Das auf einem Hügel mit Blick zum Mount Everest gelegene buddhistische Kloster, das Anfang der 90er Jahre einem Brand zum Opfer fiel, ist mit umfangreicher Unterstützung aus dem Ausland wieder originalgetreu aufgebaut worden. Eine Besichtigung der
religiösen Stätte ist ebenso lohnend wie der Blick auf die umliegenden, eisbedeckten Berge, allen voran die 6856 m hohe Ama Dablam, das Schaustück des oberen Khumbu-Tales.

Drei weitere landschaftlich beeindruckende Tagesetappen ohne all zu große Anstrengungen sind es bis nach Gorak Shep, wo auf 5140 m die höchsten Gebäude im Khumbu stehen. Zwei gemütliche Himalaya-Lodges bieten den Wanderern Unterkunft, bevor am folgenden Tag der Höhepunkt der Trekkingtour bevorsteht.

Ganz egal, ob man sich für einen Besuch des Mount Everest-Basislagers oder eine Besteigung des Aussichtsberges Kala Pattar entscheidet – bei gutem Wetter sind unvergessliche Landschaftseindrücke garantiert! Besonders der phantastische Panoramablick vom Kala Pattar belohnt die Mühen des Aufstieges und der vorangegangenen Trekkingtour.

Noch vor dem ersten Dämmerlicht brechen wir von Gorak Shep aus auf in Richtung Gipfel. Nach zwei Stunden Marsch stehen wir im Morgengrauen am höchsten Punkt des Kala Pattar, immerhin 5550 m hoch und mit tollem Blick auf die umliegenden Berge.

Noch ist es bitter kalt, doch als 10 Minuten später die ersten Sonnenstrahlen hinter dem Mount Everest aufblitzen, sind Kälte und Anstrengung wie weggeblasen.

Zum Greifen nah liegt der 8848 m hohe Felsgigant dem Kala Pattar gegenüber und der Blick in seine vereiste Westflanke lässt einiges von den Strapazen einer Mount-Everest-Besteigung erahnen. Fotoapparate klicken und binnen Minuten ist die ganze Szenerie der umliegenden Berge in strahlenden Sonnenschein getaucht. Die Sonne wärmt schnell und schon beim Abstieg sind Mütze und Handschuhe längst wieder im Rucksack verstaut, kurzärmlige luftige Bekleidung angesagt.

Der Rückweg von Gorak Shep nach Namche Bazar und weiter nach Lukla dauert noch einmal 4 bis 6 Tage, während denen wir ausreichend Gelegenheit haben, die landschaftliche Schönheit des Khumbu zu genießen und Kontakte zu den Sherpa zu knüpfen. In Lukla angekommen, feiern wir mit Yak-Steak und selbstgebranntem Rakshi des Lodge-Besitzers den erfolgreichen Abschluss unserer erlebnisreichen Trekkingtour.

Am nächsten Morgen heißt es dann warten, bis unser Flieger aus Kathmandu angekommen ist. Und während eine neue Wandergruppe dem Bauch der zweimotorigen Twin Otter entsteigt, treten wir die Rückreise in die nepalesische Hauptstadt an. Ein letzter Blick auf die schneebedeckten Berge, die auf der rechten Seite an uns vorüberziehen, erinnert an die Erlebnisse in der ursprünglichen Bergwelt des Khumbu, bevor wir eine halbe Stunde später ins lärmende Chaos der Großstadt Kathmandu eintauchen.

Das unvergleichliche Flair im Touristenviertel Thamel, unzählige Tempel und Stupas sowie die stets freundlichen und wissbegierigen Nepalesen machen den Aufenthalt in Kathmandu nicht nur zum Kontrastprogramm nach gelungener Trekkingtour, sondern bereichern das Erlebnis im kleinen Himalaya-Königreich Nepal um weitere unvergessliche Eindrücke.

Mit DIAMIR nach Nepal

Mit über 30 verschiedenen Nepal-Touren von Kulturrundreisen über Trekkingtouren bis hin zu Expeditionen zählt der Dresdner Reiseveranstalter DIAMIR Erlebnisreisen zu den ausgewiesenen Nepal-Spezialisten auf dem deutschsprachigen Markt. Neben seinen Nepal-Klassikern hat DIAMIR auch zahlreiche außergewöhnliche Nepal-Touren im Programm.

Von Markus Walter, Geschäftsführer

Reisen & Infos: www.nepal.de

Weitere Informationen

DIAMIR Erlebnisreisen
Berthold-Haupt-Str. 2
01257 Dresden

Telefon: +49 (0)351-312077
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Webseite: www.diamir.de