Flores die „Blume“ unter den Sundainseln

Asiamar by ID Reisewelt

Und Drachenabenteuer auf Komodo

Wer Indonesien hört, denkt wohl zuerst an die faszinierende Götterinsel Bali oder gar an die beeindruckenden Tempel und Vulkane auf Java. Doch unter den Sundainseln sind weitere Perlen, die Reisende in ihren Bann ziehen und verzaubern. So geizt die in der Provinz Ost-Nusa Tenggara liegende Insel Flores nicht mit ihren Reizen. Auf der eher noch unbekannten Insel ist alles etwas anders. So sind beispielsweise über 90 % der über 1 Million Einwohner katholisch, obwohl der Rest Indonesiens überwiegend Islamisch geprägt ist. Dies hat sich seit der portugiesischen Missionierung im 16. Jahrhundert so beibehalten und anstelle von Moscheen findet man unzählige Kirchen.

Der Name Flores, der sich aus dem Lateinischen ableitet und so viel bedeutet wie „Blumeninsel“, ist jedoch etwas irreführend. Denn auch wenn die Insel über eine üppige Pflanzenwelt verfügt, ist sie doch überwiegend von mächtigen Vulkankegeln geprägt und nicht üppiger mit Blumen bestückt als die restlichen Inseln Indonesiens.

Doch wie ein Zitat aus einem alten javanesischen Sprichwort schon sagt „Einheit in Vielfalt“ hat auch Flores Abwechslung pur zu bieten. Auf der langgestreckten, abgelegenen Insel ist mal als Reisender noch etwas Besonderes.  Der Massentourismus hat hier noch nicht Einzuggehalten und so sind herzliche Begrüßungen und lachende Kinder die einen umringen Gang und Gebe. Fast kerzengerade verläuft der „Trans-Flores-Highway“ quer über die Insel, verbindet alle wichtigen Orte und macht ein Verfahren fast gar unmöglich. Auf Flores spielt sich das Leben vielerorts noch ruhig und beschaulich ab und so ist die Gefahr auf der Insel in Stau zu geraten eher gleich Null. Außer es haben sich natürlich mal wieder ein paar Kühe auf der Straße breit gemacht.

Atemberaubende Landschaften und unvergessliche Eindrücke erwarten einen fast überall auf der Insel. Ob auf den quirlig, bunten Märkten,auf denen Einheimische ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse feilbieten und reger Handel auf der Tagesordnung steht, oder bei einem Spaziergang durch die Spinnenreisfelder. Reis wird überall auf der Insel angebaut, doch die Spinnenreisfelder sind in Ihrer Art einzigartig. Spinnenwebartig werden Sie im Kreis angelegt und bieten verzückende Fotomotive.

Bei einer Reise nach Flores sollte auch ein Besuch des Vulkanes Kelimutu nicht fehlen. Ein einzigartiges Naturwunder wartet dort nur darauf bestaunt zu werden. Der mächtig und karg anmutende Vulkanberg besitzt gleich drei faszinierende Kraterseen. Doch nicht alleine das ist ein weltweit einzigartiges Phänomen, sondern auch die unterschiedlichen Wasserfarben, die sich über die Jahre hinweg immer wieder verändern. So variiert das Wasser von Schwarz, leuchtendem Türkis über Tiefblau, bis hin zu allerlei Brauntönen und sorgt für wahre WOW-Effekte. Forscher haben herausgefunden, dass dies an Mineralien liegt, die der Berg in unterschiedlichen Konzentrationen bereit stellt. Zwar wechseln die Farben nicht so schnell das man dabei zusehen kann, doch hat es jeher schon die wildesten Mythen dazu gegeben. So begründet sich ein Mythos beispielsweise auf die Namen der drei Seen, Tiwi Ata Mbupu (See derAlten), Tiwu Nua Muri Kooh Tai (See der Jungen und Mädchen) und Tiwu Ata Polo (verzauberter See). Der Legende nach wandeln verstorbene Seelen in den Seen und immer wenn diese verärgert wurden, ändert sich die Wasserfarbe der Kraterseen.

Wer etwas Zeit mitgebracht hat, sollte sich unbedingt auch ins Hinterland der Insel wagen. Bei einer Trekkingtour in die Bergwelt der Insel, erlebt man unverfälschte Natur und tiefe Einblicke in traditionelle Dörfer. Einige der kleinen Dörfer sind bisher nur zur Fuß erreichbar und haben daher ihre Ursprünglichkeit bewahrt. So auch das kleine Dorf Wae Rebo, in dem das indigene Volk der Manggarai Zuhause ist. Um das von herrlich grünen Bergen umgebene Dorf zu erreichen, ist ein vierstündiger, anspruchsvoller Fußmarsch nötig, zu dem eine gute Kondition benötigt wird. Doch der Aufstieg lohnt, denn schon von weitem stechen einem die faszinierenden, im Halbkreis angeordneten, kegelförmigen Häuser ins Auge, ein magischer Anblick den man so schnell nicht wieder vergisst.

Auch heute noch haben die Manggarai ihre eigene Sprache mit verschiedenen Dialekten, leben überwiegend von der Landwirtschaft und zelebrieren alte Traditionen und Zeremonien. Lassen Sie sich in der Welt der Manggarai gefangen nehmen, die unserer Lebensweise so fremd erscheinen mag und seien Sie mit etwas Glück dabei wenn gerade ein Fest zur Ahnenverehrung oder zum Erntedank stattfindet. Bekannt ist das Volk auch für ihre rituellen Caci Peitschenkämpfe. Zwei prächtig gekleidete Männer mit langen Peitschen, ledernen Masken und geflochtenen Schildern, die meist aus verfeindeten Dörfern stammen, kämpfen dabei zu traditioneller Musik um die Ehre des Dorfes.

Erholung von so vielen eindrücklichen Erlebnissen findet man an einem der zahlreichen, idyllischen Stränden der Insel. Diese variieren von schwarz- bis strahlend weißsandig. Ein wahrer Geheimtipp für ruhige Tage am Strand ist auch die westlich, im Komodo Nationalpark gelegen, kleine Insel Seraya. Vor sanften, grasbedeckten Hügeln, puderzuckerweißen Stränden fühlt man sich hier im Seraya Hotel & Resort wie im Paradies.

Doch nicht nur die Nachbarinsel Seraya, auch ein Abstecher zu Insel Komodo sollte bei einer Flores Reise unbedingt mit eingeplant werden. Die Insel auf der die weltbekannten Komodowarane – Riesenechsen aus der Urzeit leben, erreicht man bequem mit der Fähre ab Flores. In einem Fischerdorf haben sich die einzigen, wenigen Menschen die auf der Insel leben, angesiedelt. Ihren Lebensunterhalt bestreiten Sie damit, Ziegen zu züchten und Touristen über die Insel zu führen. Die Ziegen dienen als Futter für die Komodowarane, die sich ausschließlich von Ziegen- und Hirschaas oder Kadavern ihres Gleichen ernähren und die Hauptattraktion der Insel sind.

Die Riesenechsen sind die letzten Ihrer Art und Ihre Vorfahren wandelten schon vor über einer halben Million Jahren über die Welt. Wie Drachen aus einer längst vergangen Zeit streichen die Echsen über die Insel und um einen Blick auf sie werfen zu können ist ein lokaler Führer notwendig. Um Besuchern mit Gewissheit eines der imposanten Tiere zeigen zu können, verteilen die Einwohner im Hinterland Ziegenköder als Lockmittel. Doch Vorsicht ist geboten, denn die bis zu drei Meter großen und 70 Kilo schweren Echsen sind extrem gefährlich. Sie produzieren in gesonderten Drüsen im Unterkiefer ein Serum, welches hochgiftig ist und bis zum Tod führen kann. Daher ist es auch ratsam, nicht zu nah an die Tiere heran zu gehen und sich lieber eines Tele-Objektivs zu bedienen.

Umgeben von Kristall klarem Wasser ist Komodo, neben den Waranen, auch als eines der besten Tauchgebiete bekannt. Jedoch sollte man dafür schon einige Erfahrung im Tauchen mitbringen, da es als relativ schwieriges Tauchgebiet gilt. Oder man genehmigt sich ein eher entspanntes Programm, bei einem Spaziergang über den Pantai Merah, den sogenannten Pink Beach. Diesen Namen erhielt der traumhafte Strand aufgrund seines einzigartig rosafarbenen Sandes. Definitiv ein Ort zum Entspannen und Zeit für eine Erfrischung im kühlen Nass, das mit einer farbenfrohen Unterwasserwelt lockt.

Wer sich also in ein wahres „Abenteuer“ stürzen und Flores und seine Nachbarinsel entdecken möchte, sich nicht vor Unwegsamkeit oder einfacher Infrastruktur scheut und keine internationalen Standards erwartet, wird reichlich belohnt – mit einmaligen Sehenswürdigkeiten, atemberaubenden Naturschauspielen und großartigen Erlebnissen, die man sich für eine unvergessliche Reise wünscht.

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Katharina Weinschenk