Die Götterinsel Indonesiens und ihre Kultur

Lotos Reisen

Wer Bali bereist, die Insel der Götter und Dämonen, wird schnell von ihr in den Bann gezogen.
Viele Touristen besuchen Bali wegen der schönen Landschaft, der üppigen Reisfelder und zahllosen Tempel. Manche sind wegen der Wellen, der Strandbars und Partys da, einige suchen Spiritualität, andere wiederum suchen Ruhe und Abgeschiedenheit. Aber ausnahmslos werden alle Besucher von den liebenswürdigen Bewohnern der Insel und ihrer entspannten Atmosphäre verzaubert.
Auf Bali wird eine einzigartige Form des Hinduismus praktiziert.

Trotz Massentourismus ist das kulturelle und spirituelle Leben auf der Insel bis heute relativ unberührt geblieben.

Die religiösen Rituale und Traditionen spielen immer noch eine sehr wichtige Rolle im alltäglichen Leben der Balinesen, denn der Götterglaube bestimmt den Tagesablauf auf der Insel.

Während einer Reise nach Bali wollten wir nicht nur die wunderschönen Tempel der Insel kennen lernen, sondern auch mehr über das traditionelle Leben der Balinesen erfahren. Da meine Freundin im letzten Jahr vom Pech verfolgt wurde, kam mir die Idee, in einem Tempel um gutes Karma zu bitten. Ich erkundigte mich bei meiner balinesischen Kollegin ob sie mir weiter helfen könnte. Erfreulicherweise gibt es auf der Götterinsel Bali für jedes Problem das passende Ritual und meine Kollegin arrangierte einen unvergesslichen Tag für uns.

Ein besonders schönes Ritual heißt Melukat und dient der Säuberung des Karmas.

Balinesen führen es in regelmäßigen Abständen durch, um Körper und Geist von negativen Gedanken zu reinigen und positive Energie aufzunehmen. Zum Glück dürfen auch Nicht-Hindus an diesen Zeremonien teilnehmen und so machten wir uns mit unserem Reiseleiter Rupa auf den Weg zu den heiligen Quellen von Tirta Empul.

Natürlich betritt man einen heiligen Ort in korrekter Kleidung und so trugen wir das traditionelle Gewand, bestehend aus Sarong, Kebaya und Schärpe. Die Frau unseres Reiseleiters stattete uns mit Canang aus. So heißen auf Bali die Opfergaben, die meist aus Blüten, aber auch aus Reis, Obst und Geld bestehen. Bevor wir den Tempel betraten, legten wir an einem alten Banyan-Baum Opfergaben ab und zündeten Räucherstäbchen an. Mit Blütenblättern in den Händen sprachen wir ein kleines Gebet und baten die Geister des Banyan-Baumes um Erlaubnis in den Tempel eintreten zu dürfen.

Ein wichtiger Teil der Zeremonie ist die rituelle Reinigung mit dem Wasser aus der heiligen Quelle, welches aus mehreren Fontainen in zwei Badebecken strömt. Unser Reiseleiter erklärte uns, dass jede einzelne Wasserfontäne bei einem bestimmten Leiden hilft bzw. jede ein bestimmtes Chakra reinigt: Seele, Herz, Innere Organe, Verdauung, Unfruchtbarkeit und mehr.

Ohne es zu wissen, haben wir für unseren Ausflug einen wichtigen balinesischen Feiertag gewählt. Zahlreiche Familien waren unterwegs und im gesamten Tempelareal herrschte Trubel. Dadurch hatten wir die Gelegenheit viele Balinesen dabei zu beobachten wie sie die Waschung durchführen. Besonders schön war es, den Vätern zuzusehen wie sie ihren kleinen Kindern erklärten was sie machen müssen und weshalb – und wie sie quietschten sobald sie unter das kalte Wasser gehalten wurden.

Nun sollten wir selber in die Quellbecken steigen, unter jeder Wasserfontäne unser persönliches Mantra sprechen und uns mit dem Wasser rituell reinigen.

Da diese Reinigung ein tiefer spiritueller Prozess ist, hatte meine Freundin die Befürchtung, dass die Balinesen verärgert sein könnten. Wir führten schließlich ein traditionelles Ritual durch ohne gläubig zu sein. Wie sich herausstellte war das Gegenteil der Fall. Alle Balinesen die wir an diesem Tag trafen, schauten uns erst verwundert an und lächelten anschließend aus ganzem Herzen. Offensichtlich freuten sie sich über unser Interesse an Ihrer Kultur und Religion und darüber, dass wir nicht nur vom Rande zuschauten sondern tatsächlich mitmachten.

Nachdem wir uns reichlich mit heiligem Wasser gereinigt hatten sollte nun die Segnung durch einen Tempelpriester erfolgen. Mit klappernden Zähnen stiegen wir aus dem kalten Becken und setzten uns zum Priester in die Sonne. Wir übergaben unsere Opfergaben, steckten uns Blütenblätter hinter die Ohren und es folgte eine Meditation mit umfangreichen Gebeten. Zum Abschluss segnete der Priester uns mit heiligem Wasser und klebte uns ein paar Reiskörner auf die Stirn und an die Kehle. Wir erhielten ein dünnes Armband das aus 3 Fäden geflochten war. Der schwarze Faden steht für den Hindu-Gott Shiva, der weiße Faden für Vishnu und der rote für Brahma.

Dieses Armband wird um das rechte Handgelenk gebunden und schützt einen vor Gefahren. Wer genau hinschaut wird dieses Armband bei den meisten Balinesen entdecken.

Anschließend aßen wir von unseren Opfergaben, was uns seltsam vorkam, aber unser Reiseleiter erklärte uns, dass die Opfergaben traditionell erst dargeboten und später dann aufgegessen werden, denn die Götter hätten sich bereits bedient und nun wären wir dran.

Nach dem Ritual fühlten wir uns körperlich und geistig frisch und entspannt. Ob das nun an der Zeremonie liegt oder an dem kalten Quellwasser sollte jeder für sich selbst herausfinden. Für uns war es jedenfalls ein wunderbarer, emotionaler Tag und wir waren beide glücklich so etwas erlebt zu haben.

Der positive Effekt der Zeremonie ließ übrigens nicht lange auf sich warten. Das Pech verließ meine Freundin umgehend. Kurz nach unserer Rückkehr bekam sie einen tollen Job angeboten und nur wenig später lernte sie einen wahnsinnig netten Mann kennen mit dem sie gerade ihr erstes Kind erwartet.

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