Der Mergui Archipel

Geoplan Touristik

Versteckte Inselwelt im Süden Myanmars

Wie Puderzucker rieselt der Sand zwischen den Fingern hindurch, fast blendend weiß in der Sonne. Hinter dem Strand beginnt der tiefgrüne Regenwald, davor glitzert das klare Wasser. In der weiten Bucht ankert die Segelyacht mit der wir gekommen sind – sechs einsame Touristen im Mergui Archipel.

Seit drei Tagen sind wir schon in der Inselwelt im Südosten Myanmars unterwegs und werden nicht müde, die postkartenschöne, quasi unberührte Landschaft zu bestaunen. Der Captain kennt schöne Stellen zum Schnorcheln und beim Barbecue am Strand spannt sich ein atemberaubendes Sternenzelt über unseren Köpfen.

Gelegentlich begegnen wir den Moken, der lokalen Minderheit, die in der Region ursprünglich nomadisch und heute oft in einfachen Holzhütten am Strand lebt. Mit großen Augen beobachten uns die vielen Kinder; die Fischer verkaufen uns gerne Ihren frischen Fang für unser Abendessen. Beim Entspannen, Schnorcheln und Entdecken vergehen die Tage wie im Fluge, ohne Terminplan und ohne Zeitdruck. Es ist eine Reise wie ein Traum aus einer vergessenen Welt.“

Der Mergui Archipel (oder Myeik Archipel), benannt nach der gleichnamigen Stadt auf dem Festland, umfasst über 800 Inseln, von denen die meisten unbewohnt sind. Wie Smaragde liegen die bewaldeten Inseln im türkisblauen Meer vor der Küste im Süden Myanmars. Die lange Isolation hat eine artenreiche Tierwelt bewahrt. Es finden sich Gibbons, Pythons, Zibetkatzen, Warane und Zwergböckchen. Seeadler und Milane stehen hoch am Himmel, zwischen den Blättern sind Nashornvögel zu erkennen und in den Mangroven tauchen Eisvögel nach Nahrung.
Zum Schutz der Biodiversität wurde auf der Insel Lampi im Süden des Archipels ein Nationalpark eingerichtet, der nicht nur die über 200 km² große Insel umfasst, sondern auch die vorgelagerten Korallenbänke. Über 1.000 Tier- und Pflanzenarten können dort gefunden werden, darunter die weltweit unter Schutz stehenden Sundajahrvögel, Dschungeladler, Unechte Kadettschildkröten, Suppenschildkröten, Malaiische Schuppentiere und Gabelschwanzseekühe. Neben immergrünen Regenwäldern bietet die Insel auch Mangrovenwälder, die ein besonders wertvolles Habitat für Mollusken, Krustentiere und Fische darstellen.

Die Unterwasserwelt des Mergui Archipels, das zum Südostasiatischen Korallendreieck gehört, ist äußerst artenreich und vielfältig. Unzählige Tauchplätze, vor allem am westlichen Rand der Inselgruppe, bieten faszinierende Erlebnisse für Anfänger und Fortgeschrittene. Die Topografie variiert zwischen Felsbrocken und -spitzen, Riffen und Korallengärten. Bei einer Sicht von durchschnittlich 10-40 m können unter anderem Mantarochen, Adlerrochen, Walhaie, Oktopusse, Tintenfische, Anglerfische und Seepferdchen beobachtet werden.

Unter Wasser und an Land sind viele Stellen des Archipels weiterhin unerforscht, so dass man durchaus auf unbekannte Arten treffen kann.

Tauchexkursionen werden in den Wintermonaten von Kawthaung oder dem thailändischen Ranong aus angeboten. Auch zahlreiche Charteryachten mit spezialisierten Tauchguides können gebucht werden. Noch finden sich eine artenreiche Unterwasserwelt und bunte Korallenriffe – eine nachhaltige Tourismusentwicklung wird dazu beitragen können, diese Vielfalt zu schützen.

Die Moken, die ursprünglichen Bewohner der Inselwelt, lebten über Generationen in Hausbooten und ernährten sich vom Fischfang. Heute sind die meisten der rund 3.000 Moken sesshaft geworden und leben in auf Stelzen gebauten Holzhäusern am Strand einiger Inseln. Der moderne Gedanke der Nachhaltigkeit ist unter den Moken unbekannt, doch traditionell nehmen Sie nur aus dem Meer, was sie gerade benötigen. Sie sind auf die großen Fischbestände des Archipels angewiesen, die jedoch durch burmesische und thailändische Fischer mit industriellen Fangmethoden unter Druck stehen. Neben Fisch stellt auch die häufig vorkommende Seegurke eine wichtige Nahrungsgrundlage dar.

Klimatisch ist der Mergui Archipel in den Tropen zu verorten. In der Trockenzeit zwischen November und April bringt der Nordostmonsun aus Zentralasien sonniges Wetter mit wenig Niederschlag, angenehme Temperaturen und ruhige See. Im Mai, Juni und Juli nehmen die Windstärke und der Wellengang zu; es kann vereinzelt zu Wirbelstürmen kommen. In der Regenzeit von Juli bis Oktober weht der Südwestmonsun vom Golf von Bengalen und führt viel Niederschlag mit.

Erst seit 1996, im Zuge der Öffnung Myanmars für den Tourismus, ist es Ausländern erlaubt die Region zu bereisen. Doch die etwas umständliche Anreise und eingeschränkte Infrastruktur schreckt viele Besucher ab. Der Archipel ist sicherlich kein Ziel für Backpacker, sondern eher für erfahrene Reisende, die bereit sind, für das besondere Erlebnis auch etwas mehr auszugeben.

Die Anreise erfolgt von Yangon, der größten Stadt Myanmars, per Flugzeug nach Kawthaung. Als Alternative bietet sich auch eine Anreise über Thailand an. Von der thailändischen Provinzstadt Ranong kann man mit einem Motorboot nach Kawthaung übersetzen und dort die Einreiseformalitäten erledigen. Ranong wird von Bangkok aus täglich direkt angeflogen und ist außerdem in etwa 4 Stunden vom Flughafen Phuket aus zu erreichen.

Gemäß Verlautbarungen der Regierung sollen in den kommenden Jahren zahlreiche Hotellizenzen vergeben werden, doch bisher reduziert sich das Angebot auf das Myanmar Andaman Resort auf der Insel Mcleod und den Andaman Club bei Kawthaung.

Die wohl beste Möglichkeit den Mergui Archipel kennen zu lernen ist eine Kreuzfahrt mit Übernachtung an Bord. Bei Rundumversorgung auf dem Schiff hat man Zeit und Muße sich ganz auf diese entrückte Welt einzulassen. Verschiedene Kreuzfahrtschiffe und Segelyachten sind zwischen den Inseln unterwegs, doch bei einer Fläche von 36.000 km² ist es unwahrscheinlich im Archipel auf andere Touristen zu treffen. Ab kommendem Jahr bietet beispielsweise Pandaw Cruises eine abenteuerliche Expedition auf dem Schiff MY Drenec an. Die 8-tägige Route führt von Yangon aus über Land nach Mawlamyine und weiter per Schiff entlang der Küste in den Mergui Archipel.

Weitere Informationen zu Reisen in den Mergui Archipel erhalten Sie bei Geoplan Privatreisen www.geoplan-reisen.de, team@geoplan.net, Tel: 030/79742279